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Die Stromwirtschaft in Detuschland – Big Four unter sich

Die Stromwirtschaft in Deutschland bestimmen maßgeblich die so genannten Big Four: Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Seit der Liberalisierung der Stromversorgungsmarktes im Jahr 1998 – sprich seit die Kunden ihren Stromversorger wechseln können, hat die Marktmacht der größten Stromerzeuger eher zugenommen. Kontrollierten sie 1998 noch gut 60 Prozent der Kapazitäten zur Stromerzeugung, stieg deren Anteil bis heute auf rund 80 Prozent. Auch die Stromkabelnetze gehören den vier Branchengrößen.

Den meisten Strom erzeugen hierzulande noch immer Braunkohlekraftwerke, mit knapp einem Viertel Anteil an der Gesamtproduktion. Dahinter folgt die Steinkohle mit 22,8 Prozent und die Atomenergie mit 22,1 Prozent. Die erneuerbaren Energien steuerten 13,7 Prozent bei. Allerdings wuchs die Erzeugung von Ökostrom im Vergleich zum vergangenen Jahr um 21 Prozent am stärksten. Den kleinsten Anteil an der Stromproduktionen haben Erdgaskraftwerke mit 11,7 Prozent.

Die großen Stromproduzenten haben die Bundesrepublik unter einander aufgeteilt. RWE konzentriert sich auf die Länder Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Eon hat die Oberhand in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern. Vattenfall hat im Osten Deutschlands den Strommarkt inne und EnBW ist der Primus in Baden-Württemberg. Bei der Stromerzeugung liegen RWE und Eon ganz vorne und produzieren jeweils ein Drittel der Elektrizität in Deutschland. Vattenfall folgt mit einem Anteil von 12 Prozent und EnBW kommt auf 7 Prozent. Mit großem Abstand hinter den Branchengrößen kommen die Evonik Steag, ein Tochterunternehmen der Evonik Industries und große regionale Unternehmen wie die RheinEnergie. Mit einem Umsatz von 64,2 Milliarden Euro ist Eon gleichzeitig der Größte Energieversorger in Europa. RWE befindet sich mit 42,9 Milliarden auf Platz vier hinter den französischen Unternehmen EDF und Suez.

Neben der Stromerzeugung haben die Big Four mit rund 50 Prozent ebenfalls einen großen Anteil an der Stromversorgung. Der Rest entfällt auf die regionalen Versorger und unbhängige Stromlieferaten, wie etwa das Unternehmen Lichtblick, das nach eigenen Angaben der größte Anbieter von Ökostrom sei. Dazu zählt auch die Kooperation der zehn größten Stadtwerke in Deutschland, die rund 10 Prozent des Marktes abdecken.

Die großen Erzeuger sind jedoch auch an vielen Stadtwerken beteiligt. Laut einer Studie des Bremer Energieinstituts sind Eon RWE Vattenfall und EnBW an rund 80 Prozent der Stromversorger wie etwa an Stadtwerken mit mindestens 25 Prozent beteiligt. Vor kurzem hat jedoch der Bundesgerichtshof Eon untersagt, die Stadtwerke in Eschwege wegen der bereits marktbeherrschenden Stellung zu erwerben. Damit dürfte nach Ansicht der Experten die weitere Expansion von Eon und RWE auf dem deutschen Strommarkt gestoppt sein. Eon will dagegen im europäischen Ausland Expandieren, deshalb hat sich das Unternehmen mit der EU-Kartellbehörde darauf verständigt seine Stromnetze und Kraftwerke in Deutschland zu verkaufen.